KMSCON als Option für E-OS anstelle von fbdev?

Fedora wird KMSCON für die VTs einführen, Termin ist Oktober 2026 für Fedora 46.

Aus dem Heise-Artikel über KMSCON von Thorsten Leemhuis:

Kmscon ist schärfer und schneller

Von einer leicht anderen und schärferen Schriftart abgesehen sieht ein mit Kmscon erzeugtes VT auf zwei Testsystemen genauso aus wie ein klassisches mit Fbcon. Es gibt größere Textmengen aber viel schneller aus. Auf Wunsch kann es die Bildkomposition auch per OpenGL und somit hardwarebeschleunigt erledigen, braucht dazu dann aber einen 3D-Treiber. Bei Kmscon funktioniert auch das altbekannte Scrollback wieder.

Vorteile:

  • Hardware-beschleunigte Bildkomposition per OpenGL
  • Scrollback mit Shift-Bildhoch/runter-Taste geht wieder
  • Tastaturbelegungswechsel per Shortcut,
  • bessere Unicode-Unterstützung,
  • flexibleres Multiseat-Handling,
  • Support zur Bildschirmdrehung sowie simple
  • Mausunterstützung samt Copy & Paste.

Kmscon:

Ein Virtuelles Terminal mit Kmscon rendert die Schrift schärfer und scrollt größere Textmengen viel schneller, sieht aber sonst nicht viel anders aus.

fbdev:

Das Virtuelle Terminal von Fbcon erkennt man an der gröberen Schrift. Auch unter der Haube hat es etliche Nachteile.

Letzteres lässt sich bei klassischen VTs über gpm realisieren, das unter Kmscon nicht funktioniert. Das Gleiche gilt auch für altbekannte Werkzeuge wie loadkeys oder setfont zum Setzen von Tastaturbelegung oder Schriftart, denn die sind für Fbcon gemacht. Zum händischen Start von grafischen Oberflächen muss man das Skript kmscon-launch-gui anstelle klassischer Befehle wiestartxnutzen. Damit kommen die meisten Nutzer ohnehin nicht mehr in Kontakt.


Wer Kmscon unter Arch mal ausprobieren will, sollte eine Testinstallation eines Arch-Systems mit dem Archboot-Installer von Tobias Powalewski machen. Da ist seit neuestem Kmscon der Standard.

Fazit für mich: Wenn man auch nur ab und zu in VTs bzw. TTYs unterwegs ist, liegen Welten zwischen fbcon und Kmscon. Kommt einem vor wie Windows 3.1 gegen modernes Linux (oder Windows 11, damit der Vergleich nicht ganz so schräg ist).

Schon die Wiedereinführung von Scrollback ist es wert zu installieren, die anderen Vorteile (s. o.) kommen noch obentdrauf.

Wäre das was auch für E-OS? Das Grundsetup könnte man sich von Archboot abschauen. Da sind die größten Engpässe schon beseitigt.

Ich musste jetzt erst ml nachschlagen was du mit VT = Virtuelles Terminal meinst.

Ich zitiere mal von einer Webseite :

Was ist ein virtuelles Terminal?
Virtuelle Terminals laufen über eine webbasierte Software, mit der Sie Zahlungen elektronisch abwickeln können. Ein physisches POS-Terminal (Point of Sale) ist dabei nicht notwendig. Selbst für Nutzer/innen, die in der Regel POS-Terminals verwenden, bieten virtuelle Terminals eine weitere Möglichkeit, Transaktionen aus einer Reihe von Quellen zu verarbeiten, wenn herkömmliche Zahlungsterminals nicht verfügbar sind.

Gefühlsmäßig wird es das wohl nicht sein…
Wenn man den Begriff bei google eingibt werden da mehrere Webseiten mit einer ähnlichem Beschreibung gefunden.

Ich denke du meinst das Terminal an sich und nicht das obgenannte.

Wenn ich bei Wikipedia nachsehe wird hier auch das normale Terminal beschrieben.

Ich zumindest finde, das der Begriff VT = Virtuelles Terminal hier irreführend ist.
Nicht jeder forscht nach was da eigentlich gemeint ist.

Aber danke für die Info.

Da darfst du dich bei Thorsten Leemhuis von heise beschweren, der hat den Begriff eingeführt. Für mich hieß das bis dato immer nur tty, aber nach Lesen des Artikels hab ich mir gedacht: “OK, wenn das jetzt VT genannt wird, dann ist das wohl so” und hab das erst mal übernommen.

Hier der Link zum Artikel: https://www.heise.de/hintergrund/Linux-Wie-Kmscon-virtuelle-Textkonsolen-modernisiert-11179998.html?view=print

Und da hat sich in Kommentaren auch ein Leser über den Begriff beschwert (“VT ungleich console”) und bekam die Antwort:

Nach einem Gegencheck der Verwendung des Begriffs VT/Virtual Terminal/Virtual Console in der Kernel-Dokumentation, Kconfig Dateien (Zitat: ““virtual terminals (also called virtual consoles)””), Wikipedia (Zitat: ““A virtual console (VC) – also known as a virtual terminal (VT)””) und einer allgemeinem Internet-Suche hab ich mich dagegen entschieden, die drei Aufgaben des Konzepts (Assoziation von Ausgabe/Eingabe-Geräten, der VT102 Terminal Emulator und die Funktionen zur Darstellung) auseinander zu dröseln, weil das oft in einen Topf geworfen und dann eben als VT bezeichnet wird, obwohl das streng genommen vielleicht nur die zweite der drei genannten Aufgaben meint.

Also, der Begriff scheint sehr wohl mittlerweile etabliert zu sein.

Ist auch extra repository vorhanden und es gibt eine Anleitung im ArchWiki zur Konfiguration. Laut der History ist das auch schon eine gute Weile vorhanden (~5 Jahre).

Ob das vom Aufwand her im Verhälnis zur eigentlichen Hauptnutzungsweise der Endanwender steht, das ist eine andere Frage. Ich schätze aber das kaum einer stundenlange Sessions in virtuellen Terminalsessions verbringt. Aber vielleicht sollte ich auch einfach mal den Artikel von heise lesen um mich schlauer zu machen was es alles Nutzen würde :wink:

Das ist noch aus der Zeit, wo die Entwicklung tot war. Da hat sich viel getan seit 2021. Mit dem Eintrag kann man zwar das Ganze installieren, aber das notwendige Feinabstimmen, damit das in der Praxis auch reibungslos läuft, fehlt da noch. Einfachste Dinge wie clear und Ctrl-L z. B.

Gibt ja nicht nur den Haupt-PC. Nicht jedes System ist voll ausgestattet mit Wayland & Co. Sowas wie Raspberries und andere SBCs, zum Beispiel.