Wenn ich das richtig verstehe, sind wir nicht die größte Linux Community bzw Distribution in den Weiten des Internets. Ich glaube, wir haben hier zwei Seiten, die gegeneinander laufen, und ich denke, wir haben alle Verständnis für beide Seiten, wenn wir es mal aufdröseln:
Die eine ist die eines deutschsprachigen Menschen, der Teil der wunderbaren EndeavourOS-Welt ist, aber eben schlechter oder eventuell gar nicht richtig Englisch spricht oder sich da nicht wohlfühlt. Das ist leider hier bei uns in Deutschland (und auch hier in Hessen, liebe Grüße!) eine Art von empfundenem Makel, der im Alltag immer wieder entgegengebracht wird. Das sollte es nicht sein. Ich erinnere mich an meinen Vater, der in den 90ern auf die wenigen deutschen Bücher und die Monster-Doku von SuSE in die Linux-Welt hineingefunden hat, das war schwer und er kam immer wieder an Grenzen. Deutschsprachige Hilfe-Foren anzubieten, ist eine tolle Sache. Ich will hier in niemanden etwas hineininterpretieren, aber sich dann von englischen Hilfeangeboten genervt oder angegriffen zu fühlen, kann entsprechend viele Gründe haben. Manchmal auch einfach, weil man sich mit der Sprache nicht wohlfühlt. Und ich glaube, auf diesen eventuell abschreckenden Effekt will LaGGGer hinaus, wenn er auf die Regeln hinweist: so etwas kann manche abschrecken, wenn sie dann diese Misch-Threads lesen, da fragen sie dann gar nicht mehr. Denn ja, es ist ja ein deutschsprachiges Forum. Was wir eben gerade an dem Thread sehen: die Sprache wechselt komplett hin und her. Jemand, der schlecht oder gar kein Englisch spricht, ist plötzlich ausgeschlossen. Aber ich finde in dem Beispiel die Reaktion von thefrog auch toll, der für diesen Effekt erst einmal gar nichts kann.
Aber jetzt die andere Seite: es ist ein Forum innerhalb einer schon kleineren Community in der Linux-Welt. Ehrlich gesagt: wenn wir auf Deutsch Fragen stellen, dann kann es durchaus länger dauern, bis jemand eine Lösung hat (ich bin selbst ja eher Problem-Haber als Problem-Löser). War im Beispiel nicht der Fall, aber da gab es einen anderen Effekt: das Thema war speziell und hat halt auch viele interessiert, die wiederum so ausgeschlossen waren (es ist ein Kreuz!).
Wenn jemand helfen will, der eben nicht Deutsch spricht, ist das aus dieser Sicht eine gute Sache, es ist ein Zeichen einer richtig guten Internet-Community. Der Hinweis “Sorry, cannot understand, German please” kann da auch ausreichen. Ich fand die Moderation an der Stelle auch super.
Kurzum: lasst uns das doch von beiden Seiten mit Verständnis begegnen und sehen, dass wir, mal ganz weg von Deutsch oder Englisch und hin zu Franko-Belgisch, hier so eine Art gallisches Dorf im großen Internet sind. Dass die Regel an der Stelle gebrochen wurde, auf Deutsch zu schreiben, ist keine Bösartigkeit, ich denke, an keiner Stelle. Dass es Menschen gibt, die sich mit dem Sprachwechsel unwohl oder abgeschreckt fühlen, sollten wir ebenso respektieren, wie die Hilfsbereitschaft anderer. Wir in der deutschen Community sollten auch sehen, dass es eine nette Sonder-Situation ist, dass wir hier überhaupt in unserer Muttersprache diskutieren können. Aber das sollte uns nicht von der EOS-Community abgrenzen, was an dieser Stelle dann schnell eben auch so rüberkommt, obwohl es ebenso nicht intendiert ist. Gerade weil so vieles im Forum auf Englisch stattfindet, vergisst mancher auch mal die Regel oder kann auch nicht nachvollziehen, warum sie existiert. So etwas passiert. Eventuell hilft meine Wall-of-Text auch zu erklären, wo das Drama eigentlich liegt: in den Perspektiven auf das Thema. Am Ende ist EOS ein internationales Projekt, von dem wir alle profitieren. Da kann man doch auch mal auf allen Seiten ein wenig mehr Freiraum lassen, so sehr es manchmal auch nervt.