Spiel stürzt ständig ab

Gestern habe ich wieder mal The Last Caretaker gespielt, mit der Proton Version 9.04.

Zur Erinnerung:
Bei dieser Version von Proton habe ich keinen Hintergrund beim Start, alles Schwarz, ich sehe nur das Menü, damit kann ich starten. Während des Spiels habe ich (fast) keine Probleme.

Nun zu (fast). Nach ca. 30min Spielzeit friert das Spiel kurz ein, läuft aber dann weiter, stürzt also nicht ab. Das “einfrieren” besteht 1 - 3 Sekunden. Dachte schon, jetzt isses abgeschmiert, dem war aber nie so. Das kommt nach der halben Stunde alle 10 - 15min vor. Mal kürzer, mal länger.
Die Abstürze kommen nur wenn ich Proton 10.xx benutze. Da habe zwar ich einen Hintergrund beim Start, aber was nützt mir das?

Ich messe die Temperatur mit psensor, diese ging hoch bis 94° ! Dennoch, kein Absturz.
Ich weis natürlich nicht wie genau psensor ist.

Die gestrige Spiel Session dauerte ca. 3h, kein Absturz mit dieser Proton Version.

PS
Ich bin leider noch nicht dazu gekommen meinen PC von Staub zu befreien. Aber das werde ich nachholen.

PSS
Spiele mit dem Gedanken meinen jetzigen CPU Kühler auszutauschen. Die Montage des jetzigen ist schon sehr fummelig. Da ich sowieso die Wärmeleitpaste erneuern will, würde sich das anbieten.
Jetziger Kühler ist Dark Rock 3, neuer Kühler wäre der Dark Rock pro 5.
Der neue Kühler wäre auch zukunftssicher, könnte u.A. auch für Ryzen 9 genutzt werden.

94 Grad ist schon viel. Hast du den zusätzlich noch Gehäuselüfter verbaut?
Oder mal das Gehäuse auf lassen um zu sehen ob die Temperatur dann runter geht.

Das Gehäuse ist ja schon ne Zeitlang offen.
Ist auch ein sehr großes Tower Gehäuse: Corsair Graphite Series 730T

Deshalb muss ich ja mal an den CPU Lüfter ran und die Wärmeleitpaste erneuern.

Hatte der Rechner den schon immer so hohe Temperaturen?
Neue Wärmeleitpaste macht auf jeden Fall Sinn.

Ich glaube nicht, dass das primär ein „EndeavourOS-Problem“ ist, sondern eine Kombination aus Proton-Version + GPU-Thermal-Limit + Shader/Streaming-Last.

Ein paar Punkte dazu:

  1. Proton 9.0-4
  • Schwarzer Hintergrund beim Start ist ein bekannter Rendering-Bug (Intro/Video/Shader-Init), kein Stabilitätsproblem.
  • Dass das Spiel danach 3 h ohne Crash läuft, spricht stark gegen ein grundsätzliches Proton- oder Linux-Problem.
  1. Proton 10.x
  • Neueres DXVK/VKD3D, aggressiveres Shader-Handling.
  • Dass es dort abstürzt, obwohl die Temperatur vergleichbar ist, deutet auf anderes Timing / anderes GPU-Lastprofil, nicht auf „mehr Hitze = Crash“.
  1. 94 °C GPU-Core
  • Das ist sehr hoch, aber:
    • Moderne GPUs drosseln zuerst (Thermal Throttling),
    • danach kommen kurze Stalls (1–3 s Freeze),
    • erst viel später harte Abstürze.
  • Genau dieses kurze Einfrieren nach 30 min passt perfekt zu thermischem Drosseln oder VRAM-/Power-Limit-Events.
  1. psensor
  • Misst korrekt, aber:
    • zeigt oft nur Core, nicht Hotspot oder VRAM.
    • Ein Hotspot von 105–110 °C wäre bei 94 °C Core absolut realistisch.
  1. Staub & Kühler
  • Staub + älterer Kühler + evtl. ausgehärtete WLP = klassischer Kandidat.
  • Ein Dark Rock 3 ist okay, aber:
    • Montage ist fummelig,
    • Luftstrom & Anpressdruck sind heute nicht mehr State-of-the-Art.
  • Der Dark Rock Pro 5 ist technisch sauber, leise und absolut zukunftsfähig – vor allem, wenn du sowieso neu pasten willst.

Kurzfassung:
Das Spiel zeigt unter Proton 9.0-4 genau das Verhalten, das man bei einer GPU nahe am thermischen Limit erwartet: kurze Stalls, kein Crash. Proton 10.x triggert offenbar eine Last, bei der das System kippt.
Bevor man EndeavourOS, Linux oder Proton „die Schuld gibt“, würde ich erst Kühlung und Thermik in Ordnung bringen – dann neu testen.

Linux ist hier eher der Überbringer der schlechten Nachricht – unter Windows würde die Karte vermutlich einfach leise throtteln, ohne dass man es so deutlich merkt.

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Danke dir wieder mal für dein ausführliches posting.

Genau das habe ich jetzt gemacht. Den “fummeligen” DR3 in Rente geschickt und den Dark Rock Pro 5 eingebaut…
Was soll ich sagen, ein Träumchen. Hatte zwar dort auch Probleme die ich aber zu Glück lösen konnte.
Aber der Reihe nach.

Der Einbau ging schnell, nachdem die Vorbereitungen abgeschlossen waren. Zuvor noch die 16GB Ram eingebaut, somit sind jetzt alle 4 Bänke belegt = 32GB.

Wenn ich die zusätzlichen zwei Ramriegel bei dem DR3 hätte einbauen wollen, hätte ich den Lüfter nach hinten setzen müssen, der DR3 hat nur einen. Der Lüfter hätte dann durch dem Kühlkörper Luft gesaugt anstatt wie im Original vorgesehen, geblasen.
Weis nicht ob das ein Nachteil gewesen wäre, hatte aber kein gutes Gefühl dabei.

Hat sich ja nun dem 5er erledigt, der sitzt hoch genug das normale Ramriegel problemlos darunter passen.

Und jetzt zu dem Umbau Problemen.
Nachdem ich den DR3 ausgebaut hatte und den DR5 einbauen wollte, merkte ich das die Backplate nicht passte!
Dann ist mir eingefallen, als ich damals den DR3 einbaute, musste ich die original Backplate vom Mainboard austauschen.
Zum Glück hatte ich die aufgehoben, im Mainboard Karton. Die passte.

Anscheinend rechnet be quied! nicht damit das man von einem DR3 zu einem DR5 aufrüstet, sondern vom Original auszugehen ist!
Meiner Meinung nach hätten die eine passende Backplate beilegen müssen!
Glück gehabt.

Viel getestet habe ich noch nicht. Mal ne halbe Stunde The Last Caretaker gezockt, mit GE-Proton 1027.
Läuft Problemlos, man hört nix, trotz offenem Gehäuse. Gut, das muss ich noch schließen, mal sehen wie sich das auswirkt.

Nun zur Temperatur …
Wenn man psensor nimmt, betrug diese maximal 72° ! Das sind gute 20° weniger wie vorher.

Ich bin zufrieden. :grinning_face:

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Danke fürs Feedback und die Rückmeldung :+1:
Freut mich wirklich zu lesen, dass der Umstieg auf den Dark Rock Pro 5 für dich so gut aufgegangen ist.

Deine Beobachtung mit der Backplate ist absolut valide – das ist tatsächlich ein klassischer Stolperstein. be quiet! geht beim DR5 offenbar davon aus, dass vom Originalzustand aus aufgerüstet wird. Wer schon einen älteren Dark Rock (DR3/DR4) verbaut hatte, fällt da leicht durchs Raster. Gut, dass du die originale Backplate aufgehoben hast – sonst wäre das unnötig ärgerlich geworden. Da hätte eine zusätzliche Backplate im Lieferumfang definitiv Sinn gemacht.

Auch dein Bauchgefühl beim DR3 mit umgedrehtem Lüfter kann ich nachvollziehen. Technisch hätte das vermutlich funktioniert, aber der Luftstrom wäre suboptimal gewesen und bei hohen Lasten eher ein Kompromiss. Der DR5 löst das einfach eleganter, allein schon durch die Bauhöhe und die RAM-Kompatibilität.

20 °C weniger Peak-Temperatur sind ein starkes Ergebnis – gerade bei Gaming-Last ist das ein sehr gutes Zeichen, auch für die Langzeitstabilität. Und wenn das Ganze selbst im offenen Gehäuse akustisch unauffällig bleibt, hast du alles richtig gemacht.

Viel Spaß mit dem Setup – und berichte ruhig nochmal, wie sich die Temperaturen verhalten, wenn das Gehäuse wieder zu ist. :blush:

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